JBL Charge 4 im Test

Bereits 2013 ist der erste Vertreter der mittlerweile weltweit beliebten JBL-Charge-Reihe auf den Markt gekommen. Auch wenn er sich als einer der ersten populären, mobilen Bluetooth-Lautsprecher etablieren konnte, so gab es durchaus einige Probleme, die mit den folgenden Versionen behoben werden sollten. Mittlerweile ist mit dem JBL Charge 4 nun also die vierte Variante des JBL-Lautsprechers auf dem Markt und soll einerseits mit einem verbesserten Bass und einem noch umfassenderen Klangerlebnis überzeugen, andererseits jedoch auch mit einem etwas größeren Gehäuse auffallen. So bietet das US-amerikanische Unternehmen JBL einen kleinen Überblick über etwaige Änderungen.

Allerdings wurde zeitgleich eine Reduktion von zwei Stereo-Tönern auf einen einzelnen Mono-Hochtöner gewagt. Ob dieses Konzept aufgeht, ob an den klangvollen Erfolg des direkten Vorgängermodells angeknüpft werden kann und ob sich ein etwaiges Upgrade zum vierten Lautsprecher der Reihe lohnt könnt ihr in unserem Test nachlesen.

Technische Details

Die technische Seite des mobilen Lautsprechers bietet eigentlich alles, was wir uns von einem hochklassigen Modell unter 150€ erwarten. So wird der Frequenzbereich mit 60 bis 20.000 Hertz angegeben, was zumindest in der Theorie eine breite musikalische Darstellung ermöglicht. In der Praxis scheint der Bass den niedrigsten Punkt nicht ganz zu erreichen, doch dürfte dies im alltäglichen Gebrauch wohl nicht auffallen.

Einen klaren Pluspunkt vergeben wir für das unkomplizierte Koppeln verschiedener Abspielgeräte via Bluetooth: JBL Charge 4 einschalten, Bluetooth am Endgerät auswählen und schon steht die Verbindung. Bleibt der Bluetooth-Modus am gekoppelten Abspielgerät immer aktiv, so verbindet sich der Lautsprecher zudem beim nächsten Einschalten automatisch, was praktisch ist und etwas Zeit spart. Auch das Multipairing, bei dem beinahe nahtlos zwischen verschiedenen Abspielgeräten gewechselt werden kann, gefällt ebenfalls. So können bei der nächsten Party zum Beispiel mehrere Besucher die eigene Lieblingsmusik auswählen.

Nicht ganz die gewünschte Leistung erbringt das Gerät allerdings bei einer kabellosen Nutzung. Hier verspricht der Hersteller zwar eine Nutzungszeit von bis zu 20 Stunden ohne Anschluss an ein Stromnetz, allerdings ist dies einfach nicht realistisch. Bei normaler Zimmerlautstärke reicht der Akku ungefähr 16 Stunden, wird allerdings wesentlich schneller geleert, wenn eine höhere Lautstärke ausgewählt wird. Wer zudem noch ein Smartphone oder ein ähnliches USB-Gerät zum Aufladen anhängt, der muss selbstverständlich ebenfalls mit einer niedrigeren Nutzungsdauer rechnen.

JBL Connect – Stereo-Funktion selbstgemacht

Wer in den eigenen vier Wänden die Möglichkeit besitzt, gleich auf mehrere JBL-Lautsprecher via Bluetooth zurückzugreifen, der sollte unbedingt die kostenlose „JBL Connect App“ herunterladen. So lassen sich nämlich zwei oder mehr Geräte miteinander koppeln, wodurch ein angenehmer und überraschend starker Stereo-Sound entsteht.

Wer so zum Beispiel Filme anschauen möchte oder einfach für einen besseren Klang der abgespielt Musik sorgen will, der bekommt hier eine extrem simple Möglichkeit geboten. Allerdings funktioniert dies nur mit JBL-Produkten, was für den einen oder anderen Besitzer ohne multiple JBL Charge 4 Lautsprecher natürlich die Nutzung der Funktion verhindern wird.

Die technischen Daten

Frequenzbereich60 bis 20.000 Hertz
LautsprechertypWireless Lautsprecher
Verbindungsart4.2 Bluetooth Technologie
Bluetooth Reichweiteca. 12 Meter
FernbedienungJa (am Lautsprecher)
Integriertes MikrofonNein
Nennimpedanzk.A.
Empfindlichkeit80 dB
Gewichtca. 960 Gramm
Maße220 x 93 x 95 Millimeter
Treibergrößek.A.
SchutzartIPX7
Akkulaufzeitca. 16 Stunden
Ladezeitca. 4 Stunden
Der JBL Charge 4 kann auch als Powerbank fungieren.
Der JBL Charge 4 kann auch als Powerbank fungieren.

Lieferumfang und Verarbeitung

Wirklich viel haben wir natürlich in Bezug auf den Lieferumfang vom JBL Charge 4 natürlich nicht erwartet – und wir wurden hier auch nicht positiv überrascht. Eine kurze Bedienungsanleitung, ein USB-Kabel und ein Netzteil sind alles, was hier mitgeliefert wird. Eine Transporttasche oder gar ein Hardcase wären definitiv sinnvoll gewesen, lassen sich allerdings derzeit nur von Drittanbietern erwerben.

Immerhin ist der JBL Charge 4 besonders robust gebaut und orientiert sich damit direkt an den Stärken der Vorgänger: Das feinmaschige Netz aus Stoff an der Außenseite punktet mit einer hohen Stabilität, einer angenehmen Haptik und unterstützt zudem den IPX7-Schutz (mehr zu IPX-Schutzarten) des Lautsprechers, sodass selbst Regen kein Problem darstellt. Gleichzeitig wird das darunter liegende Gehäuse vor Kratzern, Stößen und anderen äußeren Einflüssen gesichert. Im Vergleich zum Vorgänger ist der Bluetooth-Speaker zudem ungefähr ein Zentimeter länger geworden, was allerdings nur beim direkten Vergleich auch wirklich auffällt. Etwas größer ist da schon der Unterschied im Gewicht, denn statt 800 Gramm wiegt das Produkt nun 960 Gramm.

Reinigung häufig notwendig

Etwas zwiegespalten sind wir allerdings bezüglich des Stoffnetzes an der Außenseite deshalb, weil es zwar perfekt vor Außeneinflüssen schützt, andererseits Schmutz anzuziehen scheint. Gerade beim regelmäßigen Einsatz am Strand, im Garten oder unterwegs, in den feinmaschigen kleinen Zwischenräumen setzen sich gerne die verschiedensten Rückstände an und sind dann schwierig zu entfernen.

Positiv ist allerdings, dass der Lautsprecher zur Reinigung einfach unter den Wasserhahn gehalten werden darf. So lässt sich mit etwas Muskeleinsatz schnell der Schmutz entfernen. Selbst ein direktes Untertauchen in Wasser ist laut Schutzzertifizierung möglich, sodass zumindest in der Theorie ein Einsatz direkt im Pool oder an und in der Badewanne möglich wäre.

Design und Bedienung

Bezüglich der optischen Komponente hat sich am JBL Charge 4 nicht viel im Vergleich zum ursprünglichen Modell geändert – obwohl das neueste Modell natürlich wesentlich größer und breiter ist. Trotzdem setzt es auch weiterhin auf das spezielle „Tube“-Design und wird aktuell in elf verschiedenen Farbvarianten vertrieben. Den neuen, etwas breiteren Standfuß auf der Unterseite nehmen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge hin, denn auf einer geraden Ebene – also zum Beispiel auf dem Tisch, einem Schrank oder selbst einer einfachen Parkbank – sorgt er für einen wirklich stabilen Stand. Auf zu weichen Untergründen scheint das Gewicht jedoch zu hoch für einen festen Standpunkt zu sein, denn auf Gras, Sand oder selbst Sofa und Bett beginnt der Bluetooth-Speaker schnell zu rollen.

Immerhin sind wir voll und ganz von der Bedienung des JBL Charge 4 überzeugt, denn das Koppeln via Bluetooth funktioniert gewohnt unproblematisch und lässt sich innerhalb weniger Sekunden durchführen. Hier bestätigt dann ein kurzer Piep-Ton das erfolgreiche Verbinden. Darüber hinaus gibt es auf der Oberseite einige wenige Bedienelemente, die zum Beispiel Bluetooth aktivieren, den Lautsprecher ein- und ausschalten oder das nächste Lied anwählen.

Schade ist allerdings, dass keine Freisprechfunktion vorhanden ist und auch Sprachassistenten wie Siri und Co nicht eingesetzt werden können. Diese Funktionen sollten heutzutage eigentlich zur Standard-Ausführung gehören.

Klangqualität

Auf dem Papier war vor dem ersten Hören zunächst fraglich, ob und wie sich der Sound beim neuesten Vertreter der Charge-Reihe verändert hat. Einerseits weist der etwas größere Korpus auf ein höheres Klangpotential hin, andererseits ist der Wechsel vom Stereo- zum Monotöner ein Schritt zurück. Doch waren die Sorgen tatsächlich unbegründet, denn vor allem im direkten Vergleich mit dem Vorgänger wird schnell klar, dass der Sound des JBL Charge 4 noch einmal präziser und klarer geworden ist. Was letztendlich der Grund dafür ist, dass von zwei Hochtönern auf lediglich einen gewechselt wurde, ist nicht ganz klar. Doch auch wenn ein echter Rundumklang hier nicht entstehen kann, so ist der Sound doch vollkommen in Ordnung.

Gerade die Bässe sind noch einmal kräftiger geworden und können auch tiefere Noten ordentlich wiedergeben. Gleichzeitig verzerren die Höhen weniger stark, was das Gesamtbild noch einmal abrundet. Auffällig ist allerdings, dass die Bässe stark nachlassen, wenn eine niedrige Lautstärke gewählt wird. Nicht wirklich gefallen konnte uns zudem die maximale Lautstärke, die merklich unter der Leistungsmöglichkeit der Vorgänger liegt. Eventuell liegt dies einfach daran, dass ein einfacher Hochtöner nicht die Stärke mitbringt, die zwei Töner bringen würden. Trotzdem ist die Gesamtleistung der internen Technik und der Passivmembranen an den Seiten durchaus als „gut“ einzustufen – wenn jedoch auch nicht an der Spitze der heutigen Möglichkeiten.

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Der JBL Charge 4 kann auch als Powerbank fungieren.
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Fazit

Letztendlich macht der JBL Charge 4 nicht viel falsch, denn der Sound ist absolut okay und noch einen Tick präziser als beim Vorgängermodell. Gerade die Bässe sind hier merklich verbessert worden, solange die Lautstärke nicht zu niedrig gewählt wird. Darüber hinaus bleibt sich das Design treu, die Stereo-Funktion ist ein wirklich praktischer Zusatz, es gibt sogar eine integrierte Akkuanzeige und eine USB-Ladebuchse, sodass der Lautsprecher als Powerbank fungieren kann. Auch wenn die angegebenen 20 Stunden Akkulaufzeit in unserem Test nicht erreicht werden konnten, so sind die 16 Stunden bei normaler Lautstärke durchaus überzeugend.

Trotzdem sind wir etwas enttäuscht von dem Upgrade, denn wir hatten uns einfach mehr erwartet. Schließlich hat die Konkurrenz mittlerweile aufgeholt und so kann zum Beispiel Bose mit dem SoundLink Revolve oder Denon mit dem kleinen Envaya ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Um es noch klarer zu sagen: Der JBL Charge 4 macht vieles richtig, ist allerdings nicht mehr der revolutionäre Vorreiter, der noch der dritte Charge zu seinem Release war.

JBL Charge 4

8.3

Preis-Leistungs-Verhältnis

8.0/10

Sound

8.5/10

Verarbeitung

9.0/10

Bedienung

8.0/10

Optik

8.1/10

Pros

  • robuster Aufbau
  • IPX7 zertifiziert
  • klangliche Verbesserungen
  • Stereo-Pairing-Funktion
  • 16 Stunden Akkulaufzeit

Cons

  • Standfuß nicht optimal ausbalanciert
  • niedrigere Maximallautstärke
  • keine Freisprechfunktion
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Author: Soundfans

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