Der Frequenzbereich – Was sollten Kopfhörer leisten?

Gerne werben Hersteller mit einem breiten Frequenzbereich, der gerade bei teureren Lautsprechern bereits unter 20 Hertz beginnt und nicht selten über 40.000 Hertz erreicht. Auf dem Papier klingt dies natürlich erst einmal enorm und durchaus reizvoll, doch wissen die wenigstens Nutzer, was genau eigentlich der Frequenzbereich überhaupt beschreibt und was davon überhaupt relevant ist. Ist denn ein besonders tiefer oder hoher Frequenzbereich überhaupt notwendig?

Wir beschäftigen uns mit genau dieser Frage im folgenden Ratgeber und erklären, worauf sie beim Kauf achten sollten. Letztendlich – und so viel sei schon einmal direkt verraten – kommt es nämlich auf mehr an, als lediglich einen möglichst breiten Frequenzbereich zu wählen.

Was ist für den Alltag überhaupt relevant?

Das menschliche Ohr ist von Geburt an in der Lage Frequenzen zwischen 20 und 20.000 Hertz wahrzunehmen, was in der Regel auch genau dem Frequenzbereich entspricht, der von vielen Herstellern angegeben wird. Allerdings hören wir alle im Alter immer schlechter, sodass für Erwachsene in der Regel der Bereich zwischen 50 und 15.000 Hertz relevant ist, während tiefere und höhere Frequenzen noch am ehesten von Kindern und Jugendlichen wahrgenommen werden. Weitere Faktoren, die die Wahrnehmung von Frequenzen stören können, sind zum Beispiel Hörschäden durch Arbeit oder Freizeitbeschäftigung – laute Musik, ein lauter Arbeitsplatz oder ähnliche Faktoren spielen hier langfristig betrachtet eine große Rolle. Auch die Gene haben hier einen großen Einfluss.

Bietet ein Hersteller also ein Produkt an, das einen Frequenzbereich zwischen 20 und 20.000 Hertz abdeckt, so sollte dies für den alltäglichen Gebrauch absolut ausreichen. Selbst wenn im Tieftonbereich lediglich 50 Hertz ermöglicht werden, so sollten die meisten Erwachsenen die Unterschiede gar nicht oder lediglich kaum wahrnehmen.

Ein normaler Erwachsener hört Frequenzen zwischen 50 und 15.000 Hertz.

Was bringen besonders hohe oder besonders tiefe Frequenzen?

Gerade im höherpreisigen Segment lassen sich Produkte finden, die mitunter einen absurd breiten Frequenzbereich anbieten. Einige Hersteller geben dann an, dass ihr Gerät zum Beispiel zwischen 15 und 45.000 Hertz wiedergeben kann. Es stellt sich also die Frage, warum sich diese Unternehmen überhaupt die Mühe machen und Produkte herstellen, die einen so großen Frequenzbereich besitzen. Die Antwort darauf hängt in erster Linie natürlich von den Motiven des Herstellers ab, wir können allerdings zwei Szenarien finden:

  • Marketing: Ein Produkt, das die Leistungen der Konkurrenz übertrifft, lässt sich besser vermarkten und verkaufen. Dabei ist es tatsächlich egal, ob diese zusätzliche Leistung überhaupt einen Einfluss auf die Klangqualität mit sich bringt oder nicht. Viele Nutzer wissen sowieso nicht, was genau der Unterschied zwischen den Frequenzbereichen ist, sodass sich ein solches Produkt letztendlich einfach nur deshalb besser verkauft, weil es höhere Zahlen angeben kann.
  • Normalisierung der Amplituden: Viele Hersteller argumentieren damit, dass ein hoher Frequenzbereich dafür sorgt, dass die Töne in den hörbaren Bereichen dann keinen Verzerrungen ausgesetzt sind. Kann ein Lautsprecher zum Beispiel bis 20.000 Hertz abspielen, so kommt es bei Tönen von 18.000 Hertz schnell zu Phasenverzerrungen, was die Klangqualität in der Theorie reduzieren könnte. Ein Produkt, das bis 40.000 Hertz abspielt, hat mit dem Abspielen von 18.000 Hertz jedoch keinerlei Probleme. In der Praxis dürfte dies allerdings nur den wenigsten Menschen auffallen, da der hörbare Frequenzbereich in der Regel weit unter 20.000 Hertz liegt (siehe oben).

Lieber auf Frequenzgang achten

Wesentlich sinnvoller ist es, wenn sie statt auf einen breiten Frequenzbereich auf den Frequenzgang achten. Leider wird dieser heutzutage viel zu selten von Herstellern angegeben, kann jedoch eine wesentlich bessere Aussage über die Klangqualität machen. Gemeint ist hier, dass Lautsprecher nicht jede Frequenz mit der selben Lautstärke abspielen – ist zum Beispiel der Bass wesentlich dominanter oder wesentlich leiser als Mitten und Höhen, so könnte das einfach daran liegen, dass die Tieftöne in einer unterschiedlichen Lautstärke abgespielt werden.

Einige Hersteller geben deshalb die Empfindlichkeit mit Abweichungen an – steht da zum Beispiel „100 dB +/- 3 dB“, so bedeutet dies, dass die unterschiedlichen Töne bis zu drei Dezibel von der „normalen“ Lautstärke abweichen können. Abweichungen bis zu zwei Dezibel werden in der Regel überhaupt nicht als Störung empfunden. Je höher diese Abweichung jedoch ist, desto stärker reduziert dies die Qualität des gesamten Klangbildes.

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Author: Soundfans

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